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Ein Zaun mehr für Leipzig: Rückschritt in der Stadtentwicklung

Zurzeit läuft in Leipzig die Vortragsreihe “Hot Spots der Stadtentwicklung,” auf der besprochen wird, wie sich die Leipziger “vom digitalen Offliner” zum “Smart Citizen” entwickeln können. Doch im Hier und Jetzt gibt es banalere Probleme zu lösen.

Was zum Beispiel tun, wenn die Menschen einfach den schnellsten Weg durch einen öffentlichen Park wählen? Zwischen Campus und der Haltestelle am Wilhelm-Leuschner-Platz hatte sich über die letzten Jahre hinweg ein Trampelpfad gebildet, der die kürzeste Strecke für faule und beeilte Menschen bot.

Die Lösung liegt ganz im Trend der heutigen Zeit: Ein Zaun muss her! Das Wegende an der Haltestelle wurde mit Büschen bepflanzt, die von einem eigenen Zaun geschützt werden, der Weg umgegraben und neues Gras gesät. Damit die Faulen nicht, ihren Gewohnheiten folgend, den Weg wieder planieren wird das Ganze von ein paar Metern Bauzaun umrahmt.

Dass es auch anders geht zeigt beispielsweise die Universität VirginiaTech: Hier vertrauten die Planer den Menschen, die beste Route für ihren Alltag zu finden. Anschließend wurden die enstandenen Trampelpfade zu vollwertigen, effizienten Wegen ausgebaut. Die englische Übersetzung von Trampelpfad, desire path (desire: Wunsch, Verlangen) beschreibt die Situation deutlich besser. Es ist nicht ein Pfad der achtlos getrampelt wurde, es ist der Pfad den die Menschen sich wünschen.

Schön, dass sich die Stadt Gedanken über Morgen macht. Schade, dass sie uns heute Zäune in den Weg baut.

Author

Raffael

Studiert Wirtschaftsinformatik in Leipzig